Sie haben drei realistische Wege zur eigenen Website: einen Homepage-Baukasten wie Wix oder Jimdo, WordPress in Eigenregie oder eine Agentur. Welcher Weg sinnvoll ist, hängt von einer einzigen Frage ab: Soll die Website Geld verdienen oder nur online sein? Dieser Artikel zeigt Ihnen die Wege im direkten Vergleich – mit Kosten, Zeitaufwand und einer ehrlichen Einschätzung, für wen sich was lohnt. Sie möchten sich eine eigene Website erstellen? Dann hilft dieser Ratgeber.

Welche Möglichkeiten gibt es, eine Website zu erstellen?
Es gibt drei Wege: Baukasten, WordPress selbst aufsetzen oder eine Agentur beauftragen. Sie unterscheiden sich vor allem in Kosten, Zeitaufwand und darin, wie viel die fertige Seite wirtschaftlich leisten kann.
| Weg | Kosten | Zeitaufwand für Sie | Eigentum | Für wen geeignet |
|---|---|---|---|---|
| Homepage-Baukasten (Wix, Jimdo, IONOS) | ca. 11–45 € / Monat | mittel – Sie bauen selbst | Sie mieten, besitzen nichts | Privat, Vereine, einfache Visitenkarte |
| WordPress selbst | ca. 5–15 € / Monat (Hosting + Domain) | hoch – Einarbeitung nötig | Ihre Seite, voll übertragbar | Lernbereite, technikaffine Selbstständige |
| Agentur | Projektpreis, je nach Umfang | gering – nur Zuarbeit | Ihre Seite, voll übertragbar | Unternehmen, die über die Website Kunden gewinnen wollen |
Die Tabelle zeigt das Grundmuster: Je weniger Sie selbst investieren wollen (an Zeit, nicht an Geld), desto eher führt der Weg zur Agentur. Je experimentierfreudiger Sie sind, desto eher zu WordPress. Der Baukasten ist der Kompromiss mit den engsten Grenzen. Wie Sie sehen, gibt es viele Wege, wenn Sie sich eine eigene Website erstellen lassen möchten oder dies selbst machen wollen.
Soll ich meine Website selbst erstellen oder erstellen lassen?
Als Privatperson erstellen Sie sie selbst, als Unternehmen mit Gewinnabsicht lohnt sich meist die Agentur – aus einem Grund, der nichts mit Technik zu tun hat: Ihrer Zeit. Eine ansehnliche, funktionierende Website selbst aufzubauen, kostet je nach Vorwissen 30 bis 100 Arbeitsstunden für Einarbeitung und Umsetzung einer kleinen Seite.
Rechnen Sie das einmal ehrlich durch. Bei einem konservativen Unternehmerstundensatz von 50 € entspricht das 1.500 bis 5.000 € an Zeit, die Sie nicht in Ihr Kerngeschäft stecken. Sie zahlen also so oder so – entweder mit Geld oder mit Ihrer Arbeitszeit.
Das heißt nicht, dass „selbst machen“ falsch ist. Für eine private Seite, eine kleine Vereinsseite oder zum Ausprobieren ist Eigenarbeit oft der richtige Weg. Kritisch wird es erst, wenn die Website ein Geschäftsziel hat: Kunden gewinnen, Anfragen erzeugen, Termine bringen. Dann entscheidet nicht das Design, sondern ob die Seite verkauft – und das ist Handwerk, das man nicht nebenbei in ein paar Abenden lernt.
Eine ehrliche Faustregel: Wenn die Website Sie Kunden kosten würde, sobald sie schlecht ist, sollten Sie sie lieber professionell erstellen lassen.

Was kostet es, eine Website zu erstellen?
Ein Baukasten kostet je nach Anbieter und Tarif rund 11 bis 45 € pro Monat, eine Agenturseite einen einmaligen Projektpreis, der sich nach dem Aufwand richtet. Pauschalpreise für individuelle Websites sind unseriös, weil der Aufwand pro Projekt zu stark schwankt.
Bei Baukästen sollten Sie genau hinsehen, denn die beworbenen Einstiegspreise gelten fast immer nur bei jährlicher Vorauszahlung. Beispiele aus 2026: Jimdo liegt zwischen 11 € und 45 € pro Monat, der Wix-Business-Tarif kostet bei Jahreszahlung rund 40 € pro Monat, IONOS startet bei etwa 9 €. Über drei Jahre summiert sich ein 15-€-Tarif auf rund 540 € – für eine Seite, die Ihnen nicht gehört.
Der entscheidende Punkt bei der Kostenfrage ist nicht der monatliche Betrag, sondern was am Ende dabei herauskommt. Eine Seite für 15 € im Monat, die keine Anfragen bringt, ist teurer als eine Agenturseite, die sich über neue Kunden bezahlt macht. Kosten ohne Ergebnis sind keine Ersparnis.
Wenn Sie eine konkrete Hausnummer für Ihr Vorhaben brauchen, klären wir das in einem unverbindlichen Erstgespräch – inklusive der Frage, ob sich für Ihren Fall überhaupt eine Agentur lohnt oder ob ein anderer Weg sinnvoller ist.
Lohnt sich ein Homepage-Baukasten wie Wix oder Jimdo?
Für private Seiten und einfache Visitenkarten ja, für Unternehmen mit echtem Wachstumsziel meist nicht. Der Hauptgrund: Bei einem Baukasten mieten Sie Ihre Website, Sie besitzen sie nicht.
Das hat konkrete Folgen. Sie können nicht ohne Weiteres zu einem anderen Anbieter umziehen – wechseln Sie, ist die Seite weg. Sie sind an die Preispolitik des Anbieters gebunden, und sollte dieser den Betrieb einstellen, verschwindet Ihre Website mit. Hinzu kommt: Bei der Suchmaschinenoptimierung stoßen die meisten Baukästen früher an Grenzen als ein selbst gehostetes System.
Fair bleiben muss man trotzdem. Moderne Baukästen sind deutlich besser geworden, manche bringen brauchbare SEO-Funktionen und KI-gestützte Designhilfen mit. Für jemanden, der schnell und ohne Technikaufwand online sein will und keine hohen Ansprüche an Individualität oder Wachstum hat, sind sie eine legitime Wahl. Wo die Grenzen liegen, zeigen wir im Detail bei den Vor- und Nachteilen von Homepage-Baukästen. Die Grenze verläuft nicht zwischen „gut“ und „schlecht“, sondern zwischen „reicht für meinen Zweck“ und „bremst mein Geschäft aus“.
Warum WordPress für die eigene Website?
WordPress betreibt rund 41,9 Prozent aller Websites weltweit und ist damit das meistgenutzte System überhaupt – das bedeutet riesige Flexibilität, eine große Community und keine Abhängigkeit von einem einzelnen Anbieter (Quelle: W3Techs, via Statista, Stand Juni 2026). Inhalt und Design sind getrennt, dadurch lässt sich das Aussehen später ändern, ohne die Inhalte anzufassen.
Ehrlich dazu gehört auch die andere Seite. WordPress ist nicht per Knopfdruck fertig, es braucht Einarbeitung. Und unter den Systemen mit erkennbarem CMS ist der Marktanteil von WordPress im März 2026 erstmals unter 60 Prozent gefallen – Baukästen und spezialisierte Anbieter holen auf. WordPress ist also nicht alternativlos, aber für individuelle, wachstumsfähige Unternehmensseiten weiterhin die solideste Basis.
Wer maximale Kontrolle will und Programmierung nicht scheut, kann eine Seite auch direkt mit HTML, PHP und JavaScript bauen. Das ist der aufwendigste Weg und lohnt sich nur für spezielle Anforderungen, die ein CMS nicht abdeckt.

Wird meine Website auch in Google und KI-Systemen gefunden?
Nur wenn Sie sie dafür bauen – und „dafür“ heißt heute zwei Dinge: klassisches SEO für Google und GEO für KI-Antworten. Eine Website ohne Auffindbarkeit ist wie ein Geschäft ohne Schild: Es existiert, aber niemand findet hinein.
Beim klassischen SEO geht es darum, in Google und Bing zu ranken. Zwei technische Grundlagen sind dabei nicht verhandelbar: Die Seite muss auf jedem Gerät einwandfrei funktionieren – nahezu alle jüngeren Nutzer gehen primär mobil ins Netz (Quelle: Bitkom, 2025) – und sie muss schnell laden. Beides scheitert bei vielen fertigen Templates und Baukästen.
Neu hinzugekommen ist GEO, die Optimierung für KI-Antworten. Immer mehr Menschen suchen nicht mehr klassisch, sondern fragen ChatGPT, Perplexity oder Googles AI Overviews. ChatGPT hat Anfang 2026 rund 900 Millionen wöchentlich aktive Nutzer erreicht. Googles AI Overviews erscheinen bei etwa einem Viertel aller Suchanfragen (Quelle: Conductor-Studie über 21,9 Mio. Anfragen). Wer in diesen Antworten zitiert werden will, braucht klar strukturierten, sachlich belegten Inhalt – nicht Werbetext. Das ist beim Erstellen einer Website von Anfang an mitzudenken, nicht nachträglich aufzupfropfen.
Unsere Einschätzung aus der Praxis
Wenn jemand mit der Frage „Baukasten oder Agentur?“ zu uns kommt, drehen wir sie zuerst um. Nicht das Werkzeug entscheidet, sondern das Ziel. Eine Website, die nur online sein soll, braucht keine Agentur – das sagen wir auch dann, wenn es gegen unser eigenes Angebot spricht. Soll die Seite dagegen Kunden bringen, ist die Tool-Frage zweitrangig. Dann zählt, ob die Website klar führt: ob ein Besucher in den ersten Sekunden versteht, worum es geht und was er tun soll. Genau daran scheitern die meisten selbst gebauten Seiten – nicht an der Technik, sondern an fehlender Klarheit. Unser Maßstab ist deshalb nicht „schön“, sondern „verständlich“.
Fazit
Der Weg zur eigenen Website ist keine Frage von richtig oder falsch, sondern von Zweck. Wollen Sie privat online sein oder einem Verein eine Heimat geben, ist Eigenarbeit mit Baukasten oder WordPress oft genau passend. Soll die Website dagegen Kunden gewinnen und über sich selbst hinaus wirtschaften, ist sie kein Bastelprojekt mehr, sondern ein Marketingkanal – und der braucht Handwerk: gutes Design, eine Seite, die verkauft, und Auffindbarkeit in Google wie in KI-Antworten.
Wenn Sie nicht sicher sind, welcher Weg zu Ihrem Vorhaben passt, ist genau das die erste Frage, die wir gemeinsam klären – ehrlich, auch wenn die Antwort manchmal „dafür brauchen Sie keine Agentur“ lautet.